Augentropfen gegen Kurzsichtigkeit!?


Eine neue Schlagzeile die durch die Presse jagt, was ist da dran? Generell beobachtet man weltweit einen Zuwachs der Kurzsichtigkeit. Also die Fehlsichtigkeit, bei der man in der Ferne schlecht sieht aber dafür gut in der Nähe (=Myopie).

Gerade im asiatischen Raum ist diese Kurzsichtigkeit sehr hoch, bei uns haben Kurzsichtige nur in Ausnahmefällen Brillenwerte über rund -5.00dpt, im asiatischen Raum sprechen wir von Werten die teilweise deutlich über -10.00dpt liegen.
 
Viele kennen das, man beginnt mit geringen Brillenwerten und die steigern sich manchmal rasend im Wachstum der Kinder und Jugendlichen. Der Zuwachs der Glasstärke geht ebenso einher mit einem gewissen Längenwachhstum des Auges. Diesen progressiven Zuwachs der Fehlsichtigkeit will man nun verringern, darin wird seit Jahrzehnten geforscht.
 
 
Das Problem der hohen Myopien ist, dass das Auge sehr lang gewachsen ist und es somit zu "Spannungen" der Netzhaut kommt. Kann man also den Längenwachstum verringern ist das ein guter Ansatz um potentielle Netzhhautschäden bei solch starken Kurzsichtigkeiten zu minimieren.
 
Es gibt nun verschiedene Ansätze die jährliche Zunahme der Stärke eines einzelnen Brillenträgers zu verringern. Wohlgemerkt es geht um die Verringerung des Zuwachses der Fehlsichtigkeit, nicht um die Kurzsichtigkeit ganz wegzubekommen:
 
Atropin (tgl. zu tropfendes Medikament)
spezielle Kontaktlinsen
spezielle Brillengläser
 

Atropin:

Atropin wird in der Regel beim Augenarzt verwendet um die Pupille weitzutropfen, dies geht einher mit einer kurzzeitigen Richtigstellung des Muskels, der die Augenlinse beeinflusst. Atropin hat verschieden Begleiterscheinungen, eine davon ist der mögliche Einfluss dieser Tropfen auf den Blutdruck. Oftmals enthaltende Konservierungsstoffe wie Benzialkoniumchlorid können bei Dauerhafter Anwendung trockene Augen verursachen. Dennoch ist Atropin aus der Augenheilkunde nicht wegzudenken und wichtig. Dieses wird nun in verringerter Konzentration, mit entsprechend verringerten Begleiterscheinung anwendet.
Der Kurzsichtige muss nun dauerhaft sich tropfen. Dadurch wird der jährliche Zuwachs der Fehlsichtigkeit etwas reduziert, aber eine Kurzsichtigkeit bleibt weiter vorhanden. Je nach Dosierung kann es zu gewissen Diskomfort, Lichtempfindlichkeit und nebeligen Sehen in der Nähe führen, evtl. müssen dann spezielle Brillen mit Nahunterstützung gefertigt werden.
 

Kontaktlinsen:

 

Auch wenn früher die Meinung herrschte, harte Kontaklinsen würden die Progression der Kurzsichtigkeit stoppen, weiß man nun, das es die optische Abbildung der Kontaktlinsen oder Brillengläser ist, die eine Rolle spielen. So gibt es Kontaktlinsen, die eine spezielle Optik haben,oder wie die Schlaflinsen, die die Augenform entsprechend in dieser Richtung beeinflussen. (Schlaflinse= Orthokertaologie Kontaktlinse = diese Linsen werden nachts getragen, tagsüber sieht man dann ohne sehr gut. Die Kontaktlinse flacht die Augenvorderfläche so ab, dass die Kurzsichtigkeit weg ist. Dieser Effekt hält 1-2 Tage an, deswegen müssen diese Linsen tgl. nachts getragen werden). Aktuelle Studien zeigen, dass Kontaktlinsen bei Kindern und Jugendlichen mit großem Erfolg angepasst werden können. Kinder gehen oftmals besser als Erwachsene mit den Kontaktlinsen um:-)
 

Brille:

 

Zum einen gibt es im asiatischen Raum Brillengläser mit spezieller optischer Abbildung, zum anderen können Brillengläser mit Nahunterstützung die Progression der Kurzsichtigkeit verringern.
 

Zusammen gefasst:

Es gibt zu Zeit noch keine Möglichkeit mit Medikamenten die Kurzsichtigkeit wegzubekommen, Atropin oder spezielle Kontaktlinsen oder spezielle Brillen können den im Wachstum jährlichen Zuwachs der Kurzsichtigkeit verringern, diese Lösungen machen viel Sinn bei denjenigen, bei denen sich die Brillenwerte ständig stark verschlechtern. Dies betrifft Kinder und Jugendliche, hauptsächlich im asiatischen Raum.
Die höchste Wirksamkeit hat Atropin, gefolgt von den Kontaktlinsen. Weitere Effekte sind zu kurzer Leseabstand (deutlich unter 40cm; Achtung beim Smartphone und iPad usw. ist das meistens der Fall!) und zu wenig Aufenthalt im Freien.