Kurzsichtigkeit stoppen !?!


In den letzten Wochen häufen sich Pressberichte über die Gefahr der Kurzsichtigkeit, sowie über Behandlungsmöglichkeiten. Leider sind viele Berichte unvollständig und hinterlassen oft einen falschen, oftmals unnötig beängstigenden Eindruck. Gerne berät Sie bei uns Dr. Heiko Pult zu diesem Thema.

Die Kurzsichtigkeit nimmt bei jungen Menschen über mehrere Jahre bis zum Erwachsenenalter zu, das ist oftmals normal. Manchmal ist dieser Zuwachs aber sehr groß und schnell, da sollte man was tun, kann man was tun.

Je nach Studie spricht man von rund 40% möglicher Verringerung des Zuwachses der Kurzsichtigkeit bei entsprechender Behandlung. Die Kurzsichtigkeit ist also dann nicht weg, sondern sie wird nur nach Jahren des Wachstums des Auges etwas geringer ausfallen.

Ist die Kurzsichtigkeit zu hoch, steigt das Risiko zu negativen Veränderungen der Netzhaut. Dieser schnelle Zuwachs und vor allem hohe Kurzsichtigkeiten von über -5.00dpt sind aber bei uns deutlich seltener als in Asien.

Dort ist das inzwischen ein großes Problem; ob man das 1:1 auf Deutschland übertragen kann ist wissenschaftlich nicht eindeutig. Großen Einfluss neben Herkunft haben Themen wie zu wenig Tageslicht, zu viel Zeit am Smartphone, zu wenig spielen im Freien, zu lange Lernzeiten.


Laut dem Brian Holden Institut Myopia Calculator würde ein Kind, das mit 6 Jahren bereits -3.00dpt. Kurzsichtigkeit hat, später, erwachsen, rund -7.50 dpt. haben. Mit Behandlung ab dem 6. Lebensjahr nur -5.00 dpt. Dies ist bei einem „Kaukasier“, bei einem „Asiaten“ wären es statt -9.00 dpt. nur -6.75 dpt. Hier ist aus Sicht der Augengesundheit viel gewonnen, es zeigt sich aber auch deutlich, dass das Problem im asiatischen Raum größer ist. Deswegen ist die Kontrolle der Kurzsichtigkeit (Myopie-Kontrolle) in Asien ein großes Thema, da kommen eben diese sehr hohen Kurzsichtigkeiten vor. Hätten wir aber einen 10 Jährigen der die erste Brille mit -1.50 dpt. bekommt, wären statt später -3.75dpt ohne Behandlung nur -2.75dpt mit dauerhafter Behandlung zu erwarten.

Viele Presse-Artikel beschreiben die Problematik im asiatischen Raum so, als ob diese hier ebenso wären, da muss man aufpassen. Ob eine Myopie-Kontrolle Sinn macht hängt von ganz vielen Punkten ab, es muss vor allem sehr früh das visuelle System von einem Myopie-Spezialisten untersucht werden und dann besonnen Entscheidungen getroffen werden. Mögliche Optionen sind spezielle Kontaktlinsen und Brillen und evtl. Atropin Tropfen (nicht zugelassen in Deutschland).

Unser Myopie-Spezialist und Optometrist Dr. Heiko Pult berät Sie gerne.