Was ist Optometrie?


Der Optometrist ist ein Gesundheitsdienstleister und steht über der Qualifikation des Augenoptikermeisters,* der dem Gesundheitshandwerk zugehört. International ist Optometrie eine mehrjährige universitäre Ausbildung mit der anschließenden Möglichkeit zur Promotion.

Die Optometrie kommt aus dem anglo-amerikanischem Lehrsystem und wird vom World Council of Optometry wie folgt definiert:

Die Optometrie ist ein Gesundheitsberuf, der autonom, ausgebildet und reguliert ist (lizensiert/registriert); Optometristen sind die primären Gesundheitsdienstleister für das Auge und das visuelle System, welche eine umfassende Augen- und Sehbetreuung anbieten. Dies beinhaltet die Refraktionsbestimmung und die Abgabe von Sehhilfen, die Erkennung/Diagnose und das Management von Krankheiten des Auges sowie die Wiederherstellung der Funktionen des visuellen Systems.

Optometrie ist in diesem Sinne in Deutschland in der klassischen Ausbildung der Augenoptik nicht umgesetzt, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt oder reguliert. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland zahlreiche "Pseudo-Optometristen". Ein für den Kunden ersichtliches Gütezeichen für eine echten Optometristen ist eine akademische Ausbildung mit mindestens einem Bachelor Abschluss in Optometrie. Hierfür gibt es in Deutschland inzwischen 4 Fachhochschulen, sehr Engagierte studieren oftmals Optometrie im Ausland wie USA oder Großbritannien, wo eine noch höre Qualität der Ausbildung der Optometrie zu erwarten ist. In der dortigen Heimat der Optometrie ist das Gesundheitssystem etwas anders als bei uns aufgestellt. So gibt es deutlich weniger Augenärzte und diese sind vorranging in Kliniken und/oder operative tätig. Somit ist dort der Optometrist der erste Ansprechpartner auch für die Gesundheit des Auges.

In Deutschland gibt es ein Vielfaches mehr Augenärzte, und zahlreiche Augenarztpraxen, somit stellt sich die Notwenigkeit bei uns etwas anders dar; bei uns ist der Optometrist für das Sehen und Erkennen von Auffälligkeiten zuständig, der Augenarzt für die Diagnose und Behandlung. 

Der Startschuss zur Optometrie in Deutschland wurde 1998 gegeben. In diesem Jahr haben 40 Optometristen aus Deutschland, Österreich, Schweiz zum ersten Mal den Abschluss Master of Science in Clinical Optometry an einem internationalen Studiengang des Pennsylvania College of Optometry, der heutigen Salus Universität in Philadeplhia, USA gemacht. Dr Heiko Pult war in dieser Pioniergruppe der Optometrie und zählt nun zu einen der erfahrensten Optometristen Deutschlands. Britta Riede-Pult hat ihren Master in Optometrie an der Cardiff Universität  2016 gemacht.

 

Leider haben sehr viele Augenoptiker nun Optometrie als Geschäftsmodel zur Förderung von Verkäufen erkannt und kaufen sich ohne tiefer gehender Ausbildung Instrumente um Dienstleistungen wie Messung vom Augendruck, Gesichtsfelder und Fotografie des Augenhintergrundes anzubieten. Manche motiviertere machen zwar eine mehrwöchige Fortbildung, die aber ein Studium zur Optometrie nicht ersetzen kann. Leider sind diese Kollegen sehr marketing-orientiert, echte Optometristen distanzieren sich sehr deutlich von diesen "Pseudo-Optometristen".

Optometristen setzen ihr umfangreiches Fachwissen nach einem Studium mindestens zum Bachelor für Optometrie dazu ein, auf Basis ausführlicher Messungen eine optimale Sehqualität für ihre Kunden zu erzielen. Zusätzlich zur Bestimmung der Sehschärfe und der optimalen Brillen- bzw. Kontaktlinsenkorrektion werden eine Reihe weiterer optometrischer Untersuchungen durchgeführt. Durch die fundierte Untersuchung unseres wichtigsten Sinnesorgans wird eine bestmögliche Sehqualität garantiert. Ebenso können oftmals Auffälligkeiten am Auge frühzeitig erkannt und daraufhin der Besuch eines Augenarztes empfohlen werden.

 

Erklärungs-Video zur Optometrie vom General Optical Council Of Optometry, Großbritannien

 

 

 

 

 

 

 

*(Jeder der im Geschäftsverkehr als Optometrist auftritt muss, besondere Qualifikationen in der Optometrie haben. So entschieden die Stuttgarter Richter bereits am 14. Juli 1993, dass nur derjenige sich Optometrist nennen dürfe, der nachweislich über optometrische Kompetenzen verfügt, die deutlich über denen eines Augenoptikermeisters oder eines staatlich geprüften Augenoptikers liegen. Damit ist schon einmal klar, wer sich nicht als Optometrist bezeichnen darf. So hatte Dr. Heiko Pult in Philadelphia, USA Optometrtie studiert, Brittta Riede-Pult in Cardiff, UK.)